eingestellt am 8.5.25

Die etwas andere Buchung
Als wir im Frühling 2024 den Urlaub in Slowenien für den Herbst planen und nach Unterkünften in Ljubljana suchen, stoßen wir auf eine etwas andere Unterkunft;
Das Hostel Celica in Ljubljana hat ein ehemaliges Gefängnis in Hotelzimmer umgebaut, wobei die einzelnen Zellen unterschiedlich eingerichtet sind.
Es liegt nicht weit vom Bahnhof und ist mit (damals) 50-55 €/Nacht inkl. Frühstück durchaus attraktiv. Warum nicht mal etwas anderes ausprobieren?
Gedacht – gebucht. Allerdings kontaktieren wir dann die Unterkunft, da es offensichtlich unterschiedlich eingerichtete „Zellen“ gibt, und bei einigen Stiegen oder Leitern zum Bett zu überwinden wären, was mir behinderungsbedingt schlecht möglich ist. Es wird uns zugesagt, ein Zimmer ohne allzu schwierigen Bettzugang zu reservieren.
Einige Hintergründe zu Ljubljana und Slowenien
Ljubljana ist die Hauptstadt der Republik Slowenien und mit knapp 300.000 Bewohnenden die bevölkerungsreichste Gemeinde des Landes. Auch ist sie Sitz des römisch-katholischen Erzbistums und seit 1919 Universitätsstadt.
Slowenien ist die nördlichste Republik der ehemaligen Republik Jugoslawien und feierte 1991 seine Unabhängigkeit. Bei den Unabhängigkeitskriegen nach dem Tod Marschall Titos im Jahr 1980 war Slowenien im Gegensatz zu seinen südlichen Nachbarn Kroatien und Bosnien-Herzegowina relativ wenig betroffen. Lediglich vom 26. Juni bis 7. Juli 1991 gab es einen militärischen Konflikt nach der Unabhängigkeitserklärung Slowenien vom 25.6.1991. Im September 1989 wurden die ersten demokratischen Wahlen in Slowenien eingeleitet, denen die slowenische kommunistische Partei trotz massiver Drohungen aus Belgrad zugestimmt hatte, so dass sie im April 1990 durchgeführt werden konnten. Am 23. Dezember 1990 fand ein Referendum über die Unabhängigkeit Sloweniens statt, bei dem 88,2 % für die Eigenständigkeit stimmten.
Nach dem erneuten und erfolglosen Versuch eines Konsenses mit der jugoslawischen Staatsführung zur Bildung einer Konföderation lösten sich Slowenien und Kroatien am 25. Juni 1991 aus dem jugoslawischen Staatsverband. 1992 wurde Slowenien international anerkannt. Am 10. Juni 1996 unterzeichnete Slowenien ein Europa-Abkommen mit der EU und reichte gleichzeitig den Beitrittsantrag ein. Die offiziellen Beitrittsverhandlungen starteten im März 1998 und wurden Ende 2002 erfolgreich abgeschlossen. Am 23. März 2003 fand ein weiteres Referendum statt, bei dem sich über 89 % der slowenischen Bevölkerung für den EU-Beitritt aussprachen.
Am 1. Mai 2004 trat Slowenien im Rahmen der sogenannten Osterweiterung mit 9 anderen der EU bei. Anschließend trat das Land auch dem Schengen-Raum bei und führte 2007 den EURO als Währung ein, da es als ersten Land aus dem ehemaligen Ostblock die Konvergenzkriterien für die Eurozone erfüllt hatte.
Bereits 2023 hatten wir die mit etwa 113.000 Bewohnenden zweitgrößte Stadt Sloweniens, Maribor, besucht. Von dort hatten wir Tagesausflüge per Bus nach Ptuj sowie nach Ljubljana unternommen, und den die Idee zum diesjährigen Urlaub gewonnen, da uns Land und Leute sehr gut gefallen hatte.
Hinreise nach Ljubljana: Mit der Bahn – erfolgreich, wenn auch etwas anders als geplant!
Wir hatten frühzeitig die Bahnfahrt von Königswinter nach Ljubljana geplant, wobei wir eine recht gute Verbindung ohne zu viele Umstiege sowie mit genügend Zeitpuffer an den Umsteigebahnhöfen identifiziert hatten, die uns am 27.9.24 von Königswinter zunächst nach Bonn-Beuel, und von dort per IC nach Karlsruhe, weiter mit den ICE nach München, und von dort mit dem Railjet nach Villach (Österreich) und schließlich mit dem D-Zug von dort nach Ljubljana führen sollte. Als Frühbucher kostet mich das Ticket im Super-Sparpreis lediglich knapp 70 € (für mich). Meine Begleiterin kann auf meinem Behinderten-Ausweis mit „B“ kostenlos. Das geht in Deutschland, aber auch in Österreich und Slowenien, wenn man beim Ticketkauf den Behindertenausweis vorzeigt und um ein kostenloses Begleitticket bittet! Für knapp 70 € zu zweit vom Rhein in die Hauptstadt Sloweniens? Dagegen lässt sich doch nichts sagen, oder?
27./28.9.2024
Als der Reise näher rückt, erhalte ich über die Bahn-App die Nachricht, dass es den gebuchten Zug am Reisetag nicht geben wird. Also Alternative suchen, die von Bonn/Siegburg über Frankfurt/Flughafen nach München und wie geplant von dort weiter auch gefunden wird. Aufgrund des von uns nicht beeinflussbaren Zugausfalls ist die Zugbindung aufgehoben, und wir können bei der Verbindung sogar etwas später losfahren und kommen zur selben Zeit an. Also zum Bahnhof geradelt, um die Aufhebung der Zugbindung und vor allem (mit Behindertenausweis kostenlose) Sitzplatzreservierung in der neuen Verbindung zu erhalten.
Es empfiehlt es sich stets, die Verbindung vor Abfahrt nochmals zu checken – und so finde ich noch rechtzeitig raus, dass der Zug aufgrund von Signalstörungen zwischen Köln und Limburg nicht fährt.
Da alles gepackt ist, eilen meine Begleiterin und ich zum Bahnhof von Königswinter, um mit dem RE schon mal bis Koblenz zu fahren – das klappt auch noch. Der für die Weiterfahrt von Koblenz angedachte Zug fällt allerdings auch aus, wie wir unterwegs im Netz erfahren, so dass wir von Koblenz einen Zug zum Frankfurt nehmen. Unterwegs verfolgen wir gespannt die Verbindungsmöglichkeiten, und überlegen zwischenzeitlich in Mainz umzusteigen – oder doch besser in Wiesbaden? In Wiesbaden entschließen wir uns dann kurzentschlossen, in die auf dem Nachbargleis stehende S-Bahn zum Frankfurter Flughafen zu umzusteigen, da laut Bahn-App der ursprüngliche von Bonn/Siegburg angedachte ICE nun doch fährt, und wir ihn in Flughafen erreichen und besteigen könnten.
Das geht alles gut. In Frankfurt Flughafen müssen wir lediglich vom Regionalbahnhof zum Fernbahnhof gehen, und dort dann noch eine gute Weile warten, doch dann – mit erneuter Verspätung – kommt „unser“ Zu, wir steigen ein, und erreichen morgens sehr rechtzeitig München HBF, „als wäre überhaupt nichts geschehen“, quasi wie noch gestern geplant.In München erreichen wir nach einem Morgenkaffee den ganz ursprünglich geplanten Railjet nach Villach.
Danach geht alles gut, lediglich sollten Geh- und Bewegungsbehinderte wie ich bedenken, dass der D-Zug von Villach nach Ljubljana noch über alte (grüne) Wagons verfügt, wie diese früher auch in Deutschland üblich waren. Der Ein- und Ausstieg erfolgt über übereinanderliegende Tritte, was mit einem gelähmten Bein eine gewisse Herausforderung darstellt. Allerdings kennen wir das bereits von Vorjahr, als wir über Ljubljana nach Maribor gefahren waren, und auch damals hatte ich es geschafft. Also frohen Mutes einsteigen und die Fahrt gen Ljubljana frohgemut in Angriff nehmen. An der Grenze gibt es einen etwas längeren Aufenthalt, da die Lok dort gewechselt wird. Im Abteil sitzen wir mit anderen kofferträchtigen Mitreisenden ein wenig eingeklemmt, aber die Fahrt dauert ja lediglich etwa 1 1/2 Stunden.
Als ich in Ljubljana an der zum Ausstieg bereiten und offenen Wagontüre stehe, ist der Abstand zum Bahnsteig schon so, dass ich (wie letztes) Jahr etwas zögere und überlege, wie ich die Tritte und dann den Spalt zum Bahnsteig unfallfrei überwinden kann. Schließlich bitte ich einen kräftigen Herrn um Hilfe, und halb stütze ich mich auf ihn beim Sprung, halb hebt und trägt er mich auf den Bahnsteig. Auch das ist also geschafft, und wir sind im frühen Nachmittag am Zielort. Wo geht es hier nun zum Hostel Celica? Eine Mischung aus Smartphone-Check und Jemanden fragen lässt uns den nicht sehr weiten Weg in leichtem Nieselregen recht gut finden.
Dort werden wir an der Rezeption auch nett empfangen, füllen die Anmeldezettel aus, und bekommen den Schlüssel für unsere „Zelle“ im 1. Obergeschoss, das über eine Treppe erreichbar ist. Das Gemeinschafts-Bad/WC/Duschen (je eines für Männer und eines für Damen) liegen am anderen Ende des Flurs, so dass der Weg nachts bei Bedarf nicht gleich „um die Ecke“ ist, aber dennoch recht gut zu erreichen.
Unser Zimmer hat hinter der hölzernen Flurtür sowie dem dahinterliegenden metallenen Zellentür (s, Foto oben) einen kleinen Vorraum mit einem Stuhl, einem Schrank rechts und einen Regal links unter dem Fenster. Von dort geht es über einen großen Stein auf eine breite Matratze an deren Ende Lampen angebracht sind. Der Einstieg ins Bett über den Stein ist auch für mich recht gut bewältigbar.
Wir packen aus, erkunden die Bäder und verzehren dann im Erdgeschoss noch eine Pizza mit einem Glas Wein.
Draußen regnet es, und da wir die ganze Nacht unterwegs waren, gehen wir recht früh schlafen, was auf dem Bett recht gut geht.
28.9.2024 – Ljubljana
Nach dem mitgebuchten Frühstück im Erdgeschoss mit einem kleinen Buffet und einer kleinen Schlange am Kaffeeautomaten packen wir für die heutige Stadterkundung. Das Wetter ist heute angenehm und sonnig.
Direkt aus dem Eingang raus nach links ist ein kleiner Platz mit einigen Skulpturen und sonstigen Kunstgegenständen, auch ein kleiner Deal scheint an einem kleinen Tisch vor sich zu gehen, aber das betrifft uns ja nicht wirklich. Im Hostel hatten wir einen Stadtplan erhalten, doch ohnehin gehen wir zunächst einmal „frei Schnauze“ eine größere Straße hinunter bis zum Flussufer, an dem wir rechts abbiegen.
Bereits im Vorjahr während eines Tagesausflugs von Maribor aus waren wir durch die schöne, wenn auch ziemlich touristische Ringstr. unterhalb des Schlosses entlang gelaufen

Dort hatten wir uns an einem Platz in einem Café mit einem Snack und einem Kaffee gestärkt

Nach der Stärkung waren wir zum Schloss aufgestiegen, von wo man einen guten Blick über die Stadt hat.

Somit wollen wir heute andere Teile der Stadt erkunden.
Nach einer Weile am baumbestandenen Uferweg entlang geht rechts eine Treppe ab, von wo wir Musik hören. Am oberen Ende des Platzes ist ein kleiner Platz mit einem kleinen Park mit Bänken rechts. Auf dem gepflasterten Platz links ist eine „Kinderolympiade aufgebaut, bei der Kinder alle möglichen Sportarten an kleinen aufgebauten und betreuten Ständen ausprobieren können. Von dort kommt die Musik und der Platz ist voller Eltern mit ihren Kindern

29.9.24: An diesem Stand können Kinder einen Eindruck von Hockey erhalten (Foto: StH)
Offensichtlich ist die Veranstaltung von der EU gesponsert, zumindest sieht man das Logo der EU auf den Hinweistafeln zu dem Sportarten. Die Stimmung ist gut und ausgelassen friedlich. Wir denken: „So schön kann Europa sein!“ Und so lange ist der eiserne Vorhang noch gar nicht gefallen. Aber das kleine Land Slowenien scheint ein stabiles und überzeugtes Mitglied der EU zu sein, das nach unseren Erfahrungen in 2023 und 2024 von einem offenen und sehr freundlichen Volk bewohnt ist.

an anderen Ständen gibt es z.B. Bogenschießen, Skispringen (mit Kunstgrasplatten) oder Kickboxen
Wir freuen uns über diese freundliche und friedliche Atmosphäre, die einfach Gemeinschaft und Interesse an Neuem ausstrahlt.
Von diesem Platz aus sieht man auch den Schlossberg, den wir 2023 besucht hatten.

29.9.2024 – Ljubljana (Foto: Stefan Hagelüken)
Nach einer Weile gehen wir weiter, zunächst kreuz und quer durch die Stadt und schließlich zum Stadtpark Tivoli. Auf dem Weg dorthin finden wir ein kleines Café hinter einer Mauer und unter Bäumen, wo wir recht leckeren Kuchen erhalten – es ist ein friedliches Plätzchen.

28.9.2024: ein kleines Café in der Nähe des Tivoli-Parkes (Foto: StH)
Nach der Stärkung gehen wir weiter und passieren auf dem Weg zum Tivoli ein interessantes Haus mit Fassadenbepflanzung

Okt. 24 (Foto: StH)
Im Tivolipark gibt es u.a. eine Allee mit hochausgelösten Naturfotos links und rechts des Fußweges. Diese zeigen etwa Frösche, Insekten oder Pflanzen.

Die Allee im Tivoli mit sehr beeindruckenden (hochauflösenden) Naturfotos (Foto: StH)
Wir schlendern noch erkundend durch den Park, und sehen u.a. Skulpturen

Wurzelmann im Tivoli (Foto: StH)
Schließlich reicht es uns für heute und wir verlassen den Park. Wir wollen anders gehen als wir kamen, und so laufen wir leider in die falsche Richtung, die uns nicht wirklich in Richtung Hostel führt, wie wir nach einer Weile feststellen. Wir orientieren uns mithilfe unserer Smartphones, und so müssen wir einen großen Bogen nehmen, bevor wir endlich recht geschafft beim Hostel anlangen. Aber es war ein schöner Tag voller interessanter Eindrücke.
30.9.2024: Lbjubljana
Nach dem Frühstück im Hotel genießen wir erneut einen schönen Herbsttag im Tivoli-Park, in dem wir heute andere Teile erkunden und uns im Café am Seerosenteich stärken.

von der Terrasse des Cafés sehen wir den Teich, den ein Boot die Seerosenblätter befreit (Foto: StH)
Auch Spatzen freuen sich an den Krumen, die an den diversen Tischen herunterfallen

Die Spatzen – ne nicht vom Wallraffplatz ;) (Foto: StH)
Vom Tivoli-Park aus sieht man auch ein paar recht herrschaftliche Häuser.

Foto: StH (September 2024)
Weiter im Hintergrund sieht man ein Haus mit einem interessanten Kubus auf dem Dach und dahinter das Schloss.

Das Schloss in Ljubljana vom Tivoli-Park aus (Foto: StH)
Auf dem Rückweg zum Hostel erkunden wir noch, von wo wir am folgenden Tag mit einem Kleinbus mit OMIO nach Izola, einem Ort auf einer Halbinsel an der Adria Sloweniens kommen. Die Tickets hatten wir bereits in Deutschland im Internet gekauft. Dieser etwa 1,5 stündige Transfer bis ins Zentrum von Izola ist sehr bequem und kostet uns in 2024 für die 1. Person 64 EURO, für die 2. Person dann die Hälfte, also 32 €. Vermutlich würden weitere Passagiere noch preiswertet mitfahren können.
1.10.2025: Transfer von Ljubljana nach Izola
Gegen Mittag geht unser Kleinbus von der GoOpti-Haltestelle, die hinter dem Busbahnhof ein wenig weiter in Richtung Tivoli-Park liegt nach Izola. An der Haltestelle stehen weitere Passagiere, die an unterschiedliche Orte möchten und nach und nach abgeholt werden. Dann kommt pünktlich der Kleinbus nach Izola, der erstaunlicherweise nur für uns bestimmt ist – es ist quasi ein Taxi mit eigenem Fahrer. Die Fahrt verläuft angenehm durch die hügelige und teilweise bewaldete Landschaft Sloweniens. Im Westen sieht man auch bisweilen die Ausläufer der slowenischen Alpen. Kurz vor Izola kommen wir an der Stadt Koper vorbei, von der aus wir mit Flixbus einige Tage später zurück nach Graz fahren werden. Koper ist mit etwa 54.000 Bewohnenden die viertgrößte Stadt Sloweniens, liegt am Meer und hat den einzigen Seehafen des Landes, den wir einige Tage später besuchen.

Man beachte die Größenverhältnisse! Unterhalb des „C“ hat ein Boot festgemacht, das vermutlich die Lotsen an Bord gebracht hat /Foto: StH – Oktober 2024)
Aber zunächst fahren wir weiter nach Izola, wo wir für ein paar Tage ein Appartement gebucht haben. Dort werden wir in der Nähe eines Platzes an der Marina herausgelassen. An diesem Platz liegt auch die Touristeninformation, wo ich einen Stadtplan und einige Informationen erhalte. Auch eine öffentliche Toilette befindet sich in der Nähe. Und eine Post und die Bushaltestelle nach Koper liegt jenseits des Verkehrskreisel. Von diesem Kreisel aus in Richtung Altstadt findet mehrmals wöchentlich ein Wochenmarkt mit Obst und Gemüse statt, an dem wir uns am folgenden Tag recht preiswert mit diesen Lebensmitteln eindecken.
Wir trinken noch einen Kaffee und suchen dann unser Appartement. Bei dem vielleicht 1 km weiten Fußweg begegnet uns mehrfach ein Auto mit Kamera auf dem Dach, das offensichtlich die Straßen für Streetview aufnimmt. Ob auch wir seitdem bei Streetview zu Izola zu sehen sind, wissen wir nicht, aber wir sahen diesen Wagen wenigstens dreimal.
Einmal fragen wir unterwegs nach dem Weg, und erleben die Bevölkerung erneut als freundlich zugewandt und auskunftsfreudig. Slowenien ist ein kleines, recht entspanntes Land mit einigen Sehenswürdigkeiten, die – wie etwa die wohl sehr reizvollen slowenischen Alpen oder die Postanje Cave (eine wohl sehr große und beeindruckende Tropfsteinhöhle), Diese Sehenswürdigkeiten scheinen für mich als Gehbehindertem eher unzugänglich. Allerdings sehe ich nun im Internet, es gebe eine unterirdische Bahn in Postanje Cave und die Höhle sei familienfreundlich und barrierefrei. Da ich Derartiges nicht vermutete, haben wie sie auch nicht besucht. Selbst schuld, wenn man zu blöd oder zu faul zum rechtzeitigen Recherchieren ist! Nun gut: „Heute ist nicht aller Tage – ich komm (vielleicht) wieder, keine Frage!“. Genau Paulchen!
Festzuhalten bleibt in jedem Fall, dass Slowenien unserer Meinung nach einen Besuch wert ist, und sicher weniger überlaufen und vermutlich auch (noch) preiswerter als das benachbarte Kroatien. Zuzugeben ist allerdings, dass Slowenien nur einen sehr kleinen Küstenstreifen besitzt, und zum Strandurlaub sicher Kroatien tatsächlich die bessere Wahl ist. Andererseits kann man von Italien, etwa von Triest aus, auch mit dem Bus nach Slowenien fahren.
1.-5.10.25: Izola sowie Ausflug nach Koper
Nachdem wir uns im Appartement eingerichtet haben, gehen wir an der Maria entlang zurück zum Platz, wohin uns der Kleinbus gebracht hatte, und von dort weiter in die Altstadt

Die Altstadt von Izola (Foto: StH)
In einem kleinen Laden kaufen wir das Nötigste für die kommenden Tage wie Kaffee, Milch, Saft, etwas Brot und gehen dann sehr lecker in der Nähe des Marktes essen. In dieser Taverne sitzen an einem langen Tisch einige Einheimische, vielleicht lokale Fischer. Wir nehmen Platz und werden sehr freundlich bedient. Die Bedienung spricht auch Englisch, was die Kommunikation natürlich erleichtert. Wir bestellen auch eine Flasche lokalen Weißwein, der ausgesprochen lecker mit einer recht fruchtigen Note ist.

Ein lokaler Weißwein – recht lecker (Foto: StH)
Da Izola ja nur 2 Buchten von Italien entfernt liegt, und das Meer in Zeiten des „eisernen Vorhangs“ vermutlich kein wirkliches Hindernis war, frage ich die Bedienung nach jener Zeit. Ja, sie waren relativ gut mit Italien verbunden, fuhren bisweilen hin und handelten mit der Region um Triest. Ohnehin war der „eiserne Vorhang“ ja zwischen Westeuropa und Jugoslawien nicht so dicht wie zu anderen Ländern des ehemaligen Ostblocks – und zu Slowenien, das lange zum Einflussbereich Veneziens gehört hatte, wohl noch weniger.
Gesättigt gehen wir zurück zur Unterkunft und schlafen recht gut, wenn auch in der Nähe wohl eine Party stattfindet, von der recht lange laute Musik zu hören ist. Nun ja – dann merkt man zumindest, dass es (noch?) Leben gibt ;)
Am nächsten Tag erkunden wir weiter die Stadt, die nicht sonderlich groß ist. Es gibt eine kleine Kirche in der Nähe des Marktes, für die man den Schlüssel in einer Taverne gegenüber erhält, wie ich in der Touristeninformation erfahren hatte.

Der Innenraum der Kirche der Hl. Maria von Alieto – vermutlich aus dem 11. Jahrhundert
Von dort gehen wir durch kleine Gassen über Treppen mit langgezogenen Stufen auf den Hügel, auf dem sich eine weitere Kirche befindet.

Kirche des Hl. Mauro: ursprünglich 1356 gebaut und im 16. Jhd. umfassend erneuert (Foto: StH)
Von diesem Hügel, der höchsten Erhebung von Izola gehen wir durch ein parkähnliches Gelände runter zur Küste, an der es auch ein paar Strandcafés und eine kleine Ecke Kiesstrand gibt. An der Küste entlang landen wir dann wieder in der Altstadt am Markt.

Das Meer unterhalb der Kirche des hl. Mauro, (Foto: StH)

Eine Gasse in der Innenstadt von Izola (Foto: StH)
Durch die Altstadt und an der Marina vorbei gelangen wir wieder zum Appartment.
Den folgende Tag verbringen wir „in-door“, da es den ganzen Tag ziemlich stark regnet, aber derart können wir uns gut ausruhen.
Am 4.10.24 fahren wir von dem kleinen Platz an der Marina, an dem auch die Touristeninformation und die Post liegen, mit dem Bus nach Koper, das vielleicht 10 km von Izola entfernt ist Aber Vorsicht: es gibt zwei Buslinien, und wir wählen die falsche, die uns nicht ins Zentrum von Koper, sondern zu einem Bushof ein wenig außerhalb bringt. Das ist letztlich nicht wirklich schlimm, aber eben ein wenig zu laufen.
In Koper geht es durch ein Tor und über einen dahinterliegenden Platz in die Stadt, dann gerade aus durch eine Straße oder halb rechts eine Treppe aufwärts mit langgezogenen Stufen zum zentralen Platz in der Innenstadt.

Der Hauptplatz in Koper (Foto: StH)
An diesem Hauptplatz liegt auch die Kathedrale, und übrigens auch ein kleiner Supermarkt.

Der Kathedrale am zentralen, hochgelegenen „Haupt-Platz“ von Koper – eine Mischung aus Gotik, Renaissance und Barock, der Glockenturm ist 54 m hoch (Foto: StH)
Von Hauptplatz gehen wir auf der anderen Seite weiter zur Küste hinunter, wo sich uns ein interessantes Farbenspiel am Meer zwischen Wasser und Himmel bietet

Foto: StH (Okt. 2024)
Am Platz wo der in die Stadt fahrende Bus aus Izola hält, befindet sich auch eine Bäckerei mit sehr leckeren Pistaziencroissantes – sehr zu empfehlen! Bislang haben wie Croissantes mit Pistazien noch nirgendwo anders gesehen. Warum eigentlich? Schoko-croissants gibt es doch auch.
Von diesem Platz vor dem Eingangstor nach Koper hinein befindet sich auch die Haltestelle des Flixbus, mit dem wir am folgenden Tag nach Graz fahren werden.
5.10.25; Transfer von Izola nach Graz
Also gehen wir nach dem Frühstück vom Appartement zum kleinen Platz nahe der Marina, wo wir vor einigen Tagen auch angekommen waren. Dieses Mal nehmen wir den richtigen Bus und gelangen somit zum Stadteingang von Koper. Wir haben noch einige Zeit, schlendern etwas herum, genießen weitere Pistaziencroissants. So ganz kann man nicht herausfinden, von welcher Seite der Straße vor dem Tor am Eingang von Koper der Flixbus nach Graz abfährt,. Wir sollten halt schauen, sagt man uns. Irgendwann sehen wir einen Flixbus auf der Straßenseite, die vom Stadttor und quasi stadtauswärts führt. Wir entschließen uns, mal zu sehen, wohin der fährt, und tatsächlich ist es unser Bus. Das Gepäck wird verladen und wir steigen ein. Kurz danach fährt der Bus los – scheinbar hat er nur noch auf uns gewartet. Dieser Bus fährt auch über Ljubljana, so dass wir auch diese Stadt nochmals durchqueren. An der Grenze zu Österreich wird ein Passagier von den Zöllnern eingesammelt. Vom Aussehen könnte es ein Afghane, Iraker oder Syrer gewesen sein. Die EU wird halt immer mehr zur „Festung“ und „irreguläre Migration“ soll unterbunden werden. So dauert der Grenzübertritt insgesamt etwas länger als geplant, aber im frühen Abend vielleicht drei bis vier Stunden nach der Abfahrt in Koper erreichen wir die Flixhaltestelle am südlichen Rand von Graz. Klar haben Züge den Vorteil, dass die Bahnhöfe meist bereits im Zentrum sind, und wir müssen nun erst einmal erkunden, wie wir in die Stadt und zu unserer Unterkunft kommen. Wir sehen aber eine Stadtbushaltestelle und fragen einen Busfahrer, der dort hält, wie wir dahin kommen, wo unsere Unterkunft ist. Mit einmal in eine Straßenbahn umsteigen gelingt uns das dann recht unkompliziert.


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